Diagnose Neurodermitis
Behandlung schwerer Formen der

Neurodermitis

Neurodermitis, atopisches Ekzem, atopische Dermatitis, endogenes Ekzem – die Namen stehen für ein und dieselbe nicht ansteckende entzündliche chronische Hauterkrankung, bei der eine Überempfindlichkeit des Abwehrsystems eine Rolle spielt. Über 3 Millionen Menschen in Deutschland leiden daran. Besonders häufig sind Kinder betroffen: Rund 23 Prozent der Säuglinge und Kleinkinder, 8 Prozent der Schulkinder und 2 bis 4 Prozent der Erwachsenen werden wegen ihrer Neurodermitis behandelt. Die Ausprägung reicht dabei von milden Verläufen bis hin zu schweren, stark entzündlichen Ekzemen. Schätzungsweise 50 Prozent der Patienten leiden an mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis.

Krankheitsbild

Neurodermitis verläuft in Schüben. Das bedeutet, Patienten erleben Zeiten ohne oder mit kaum merklichen Krankheitszeichen im Wechsel mit akuten Krankheitsphasen, in denen die Symptome deutlich ausgeprägt sind. Hauptmerkmale der Neurodermitis sind rote, entzündliche Hautstellen, nässende Bläschen und Schuppung, die über mehrere Tage bis Wochen bestehen und Verkrustungen bilden können. Weitere Symptome sind feine Einrisse, z. B. in den Mundwinkeln und an den Ohrläppchen (Rhagaden) sowie rissige Fingerund Zehenkuppen. All diese Hautveränderungen sind meist von starkem Juckreiz begleitet, der selbst bei leichteren Schüben den Betroffenen schwer zu schaffen machen kann.

In erscheinungsfreien Phasen ist die Haut von Neurodermitikern sehr trocken und empfindlich. Bereits kleinere Reizungen können jederzeit einen neuen Ekzemschub provozieren. Außerdem zeigt sich bei vielen Patienten die Haut vor allem im Bereich der Handgelenke, Ellenbeugen und Kniekehlen oberflächlich verdickt und wenig elastisch. Dies wird als Lichenifikation bezeichnet.

Art und Lage der Hautveränderungen sind zum Teil abhängig vom Alter der Patienten
baby neuro
  • Im Säuglingsalter treten die Ekzeme meistens im Gesicht vor allem an den Wangen und am behaarten Kopf auf. Typisch sind feine, gelblich weiße Schuppungen und Bläschen, die aufplatzen können, sowie nässende, verkrustete Ekzeme. Diese können sich auch auf den gesamten Körper ausbreiten (generalisierte Form).
  • Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter entwickeln Ekzeme bevorzugt an Kniekehlen, Ellenbogen und Handgelenken. Man spricht deshalb vom Beugenekzem.
  • Bei Jugendlichen und Erwachsenen kommt es neben Beugenekzemen häufig zu Ekzemen im Bereich der Augenlider und am Hals. Mitunter zeigt sich auch eine Variante der Neurodermitis, bei der sich juckende Knötchen bilden (pruriginöse Form).

Krankheitsverlauf

Die ersten Anzeichen für Neurodermitis treten meistens bereits in den ersten Lebensmonaten auf. Die Krankheitsschübe können sowohl in ihrer Dauer als auch in ihrer Schwere sehr unterschiedlich sein. Bei vielen Kindern werden die Ekzeme mit zunehmendem Alter weniger und die Erkrankung wächst sich aus. Etwa 70 bis 80 Prozent haben im Erwachsenenalter keine sichtbaren Krankheitszeichen mehr. Die erhöhte Ekzembereitschaft bleibt jedoch bestehen. Zudem ist die Neurodermitis bei einigen Kindern der Beginn einer Allergiekarriere. Dies hängt mit ihrer genetischen Veranlagung zusammen, auf bestimmte Umweltstoffe überempfindlich zu reagieren. Man spricht auch vom atopischen Marsch.

Neurodermitis kann aber auch erstmalig im Erwachsenenalter auftreten.

Atopischer Marsch

Neurodermitis gehört wie allergisches Asthma, Heuschnupfen und manche Formen der Nahrungsmittelallergie zu den sogenannten atopischen Erkrankungen. Der Begriff Atopie beschreibt die genetische Veranlagung zu Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems. Typisch für atopische Erkrankungen ist der sogenannte atopische Marsch. Das bedeutet, die Erscheinungsform der Erkrankung verlagert sich. In den ersten Lebensjahren leiden die Kinder meistens an Neurodermitis, die mitunter von Nahrungsmittelunverträglichkeiten begleitet wird. Bei vielen Kindern ebben diese Krankheitszeichen mit dem Alter allmählich ab, während das Risiko für allergisches Asthma und später für Heuschnupfen steigt.

haeufigkeitQuelle: GINI-Studie; www.ginistudie.de

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Aktuelle Pressemeldung

Behandlungsmöglichkeiten bei schwerer Neurodermitis

Deutsche Haut- und Allergiehilfe gibt neue Broschüre heraus

Bonn, 02.05.18 Patienten mit schwerer Neurodermitis haben einen hohen Leidensdruck. Die üblichen Behandlungsmethoden mit wirkstoffhaltigen Cremes stoßen bei den Betroffenen meist an ihre Grenzen. Sie brauchen eine Therapie, die von innen wirkt – je spezifischer, desto besser. Dank neuer Erkenntnisse über die entzündlichen Abläufe im Immunsystem haben sich nun Therapieoptionen eröffnet, die Hoffnung machen. Eine aktuelle Broschüre der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. informiert.

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